Heimatmuseum

Stube
Unsere gute Stube

Das heutige Hoffenheimer Heimatmuseum im „Haus Dahlem“ („Alte Post“) ist das dritte Museum schon. Das erste befand sich im „Farrenstall“ in der Friedhofstraße; es wurde gegründet von Joseph Roth. Nach dessen frühem Tod übernahm Oberlehrer Harro Skladny das Museum und überführte es in die „Alte Schule“ neben der ev. Kirche. Als das Gebäude den Hoffenheimer Vereinen zur Verfügung gestellt wurde, bedeutete dies das Aus für das Museum. Viele Spender zogen ihre Stücke zurück; der Rest wurde in die Keller der „Alten Schule“ verbannt; so manches Exponat ist dort verschollen oder verschimmelt …

Erst als 1985 der Heimatverein gegründet wurde, konnte ein Neuaufbau des Museums in Angriff genommen werden. Eine der ersten Amtshandlungen der Vorstandschaft war eine Begehung der Kellerräume der „Alten Schule“, – ein Schock für alle, die dabei waren: Alle noch übrigen Ausstellungsstücke befanden sich in einem erbarmungswürdigen Zustand. Die alten, wertvollen Fahnen waren zerschlissen, das Mobiliar beschädigt, die Bilder stockfleckig, das Steingut zerschlagen; vieles war einfach nicht mehr zu retten.
In den folgenden Monaten fanden Verhandlungen zwischen den Vertretern der Vorstandschaft und der Großen Kreisstadt (Bürgermeister Müller) statt, um eine Bleibe für ein wieder aufgebautes Museum zu finden. Großzügig stellte die Stadt (vertreten durch OB Dr. Sieber) die „Alte Post“ /„Haus Dahlem“ zur Verfügung, die gerade – nach Erwerb durch die Stadt – saniert und erweitert worden war, – ein absoluter Glücksfall!
Im folgenden wurden Konzepte zum Aufbau des Museums erarbeitet, die Ausstellungsobjekte repariert und gereinigt, neue erworben, ein Inventar erstellt und endlich mit dem Aufbau des Museums im Hausinneren und im Hof begonnen.
1988 schließlich wurde das neue, dritte Hoffenheimer Heimatmuseum (in Anwesenheit von OB Dr. Sieber und OV Sohns) im Rahmen eines Hof- und Museumsfestes feierlich eingeweiht.
Das Hoffenheimer Heimatmuseum verstand sich damals primär als Museum für bäuerliches Wohnen und Wirtschaften zur Gründerzeit (2. Hälfte 19. Jh.), als Museum der Hoffenheimer Bauern und Handwerker, der Kirche, der Schule und der Vereine. Ein durchaus gelungener
Nebeneffekt war und ist: Jeder Hoffenheimer soll sich, seine Familie und seine Umwelt in irgendeiner Weise wieder finden können; das bestätigen alle „alten Hoffemer“.
Inzwischen ist das Museum von Grund auf neu gestaltet und erweitert worden:
Durch Abschalten der Heizungsanlage des integrierten leer stehenden „Hauses Brehm“ kam es im Winter 2008/ 09 zu einem katastrophalen Wasserrohrbruch im Obergeschoss des Museums, der sich auf alle Räume auswirkte und Wände, Böden und alle Exponate schwer beschädigte, vieles für immer zerstörte; es schien infolge dieses „GaU“ das absolute „Aus“ des Heimatmuseums gekommen, zumal es im folgenden Frühling anlässlich eines Hoffestes zu einem zweiten Wasserrohrbruch kam, weil der erste nicht fachgerecht repariert worden war; wieder wurde das gesamte Museum überschwemmt …
Ein Gutes hatten die Wasserrohrbrüche: Endlich sah sich die Stadt genötigt, den schon seit langem angemahnten Einbau einer zentralen Heizungsanlage anzugehen und danach das gesamte Innere des Anwesens von Grund auf zu renovieren. Gleichzeitig wurde auch die Küche und die Toilettenanlage im Hof installiert, um eine Nutzung des Hofes auch für andere Vereine zu ermöglichen. An der Küchenausstattung beteiligte sich der Heimatverein mit einer Spende über 4000,- €.
Nach Abschluss der Renovierung konnte mit dem Wiederaufbau des Museums begonnen werden. Die Konzepte zur Neugestaltung wurden auch im Ortschaftsrat vorgetragen.
Nach einer Wiederaufbauzeit von gut einem Jahr konnte das Heimatmuseum 2011 feierlich wieder eröffnet werden. Äußeres Zeichen der Neugestaltung wurde das historische „Rössl“ (Anfang 19. Jh.), das bis 1927 Aushängeschild der gleichnamigen Wirtschaft im „Haus Ludwig“ war.